Über mich

  • Seit vielen Jahren Begleitung und Beratung von Betroffene und deren Helfernetzwerke
  • 2019: Mitarbeiterin beim Hilfetelefon Sexueller Missbrauch (ein Angebot des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs in fachlicher Verantwortung von N.I.N.A. ev.)
  • zertifizierte Fortbildung zur Traumapädagogin und Traumafachberaterin
  • 2017: Clearingstellenmitglied beim Fonds Sexueller Missbrauch
  • Ich halte zur Aufklärung und Unterstützung Workshops in z.B. Kliniken oder Beratungsstellen
  • Freie Autorin:
    2018: „Was ist bloß mit Alex los“. ALEX.
    2006/2029: mit Michaela Huber: „Leiden hängt von der Entscheidung ab“ und „Von der Dunkelheit zum Licht“  Junfermann Verlag

Als ich damals ziemlich am Anfang meines Weges war, gab es weit und breit Niemanden, der nur annähernd eine ähnliche Geschichte hatte wie ich. Und ich dachte immer, wenn ich nur eine/n Betroffen/e kennen würde, die/der es geschafft hat, dann würde ich alles, was man mir sagte eher glauben können, dann hätte alles einen Sinn…
So wurde zu meinem Sinn: wenn ich es schaffe, dann helfe ich Anderen, dann gebe ich mein Wissen weiter. Denn: es ist möglich, den Sumpf zu verlassen, es ist möglich, mit dem, was im Innern zersplittert ist zusammen zu wachsen, und es kann sehr wohl ein gutes Leben danach geben.

Angst-Natter
Wenn ich’s schaffe der Panik, Unruhe und Verzweiflung,
die wie giftige Schlangen in mir schlafen,
einen ruhigen Platz zuzuweisen – dann geht’s mir gut.


Wenn aber einer der Nattern in mir erwacht
und beginnt mich klammernd zu „erobern“ – dann bekomme ich Angst.
Wenn sich Panik in meinen Gedanken breit macht
und das Schlangengift langsam seine Wirkung entfaltet,
sich durch meine Gehirnwindungen schlängelt,
und ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann,
– dann pulsiert die Angst.


Ich versuche mich zu befreien:
blicke der „Angstnatter“ mit dem Mut der Verzweiflung tief in die Augen,
um ihr zu zeigen: Ich bin der Herr im Haus.


Wenn dann mein “Gegengift“ wirkt,
das Kraft, Mut und Vertrauen heißt,
lässt sich die Schlange langsam wieder zu meinen Füßen fallen,
rollt sich erneut zum Schlaf zusammen,
und die Angst zieht sich nach und nach zurück.


Noch etwas scheu und verkrampft lächelnd
setzte ich den Fuß auf ihren Kopf,
während mein Herz mir noch bis zum Hals schlägt.
Ich weiß und spüre: Ich bin stärker.


Hatte ich etwa Angst?

© Pauline C. Frei /2006
(Michaela Huber und Pauline C. Frei. (2006). „Leiden hängt von Entscheidung ab“. Paderborn: Junfermann.)