Was ich immer wieder höre!

Immer wieder höre ich Fragen und Gedanken wie dieses:

Was hat dir geholfen?
Hast du dich auch so allein gefühlt?
Wie finde ich endlich etwas Ruhe?
Ich bin nichts wert, wer soll mir da schon helfen.
Ich kann niemandem vertrauen, wie dann den Helfern?
Woher soll ich denn die Kraft für einen Neuanfang nehmen?
Ich bin so allein! So müde und weiß nicht weiter! …

  • Solche oder ähnliche Fragen, ein vorsichtiges Öffnen, sich zu trauen Hilfe zuzulassen… können der erste Schritt des Ausstiegs sein. Gleichzeitig weiß ich, dass der Weg für die meisten Betroffenen sehr kräftezehrend und immer wieder auch mit Rückschritten oder gescheiterten Ausstiegsversuchen verbunden ist.
  • Zweifeln und lähmende Gedanken sind Täter-gemacht: klein und wertlos sein, keine Rechte haben, kein gutes Leben zu verdienen, alles viele Male gehört. Und so lange ich das glaubte, hatten die Täter weiter Macht über mich. Das wollte ich nicht! Das hat niemand so verdient!

„Wo ist der Feind? Im Gestern! Vielleicht im Morgen?
Wo ist mein Freund? In der sicheren Veränderung! Im Jetzt!“

Menschen die sich an mich wenden sind meist direkt oder indirekt von organisierter sexualisierter oder ritueller Gewalt betroffen.

  • Manche Kontakte beginnen damit, dass Betroffene erstmals über die schwere Gewalt sprechen, die ihnen seit vielen Jahren schon angetan wird. Das eigentlich Unaussprechliche in Worte zu fassen oder auch nur anzudeuten, kann ein erster Schritt auf dem Weg in ein sicheres Leben sein.
  • Andere können nicht sprechen, dürfen nicht, trauen sich nicht.
  • Bei Manchen kommen erst nach und nach die Erinnerungen und Bilder, so dass ihnen die leidvolle Geschichte mehr und mehr bewusst wird.
  • Andere haben sich schon viele Jahre damit auseinandergesetzt
  • Manche Hilfesuchende machen sich Sorgen um ein Kind oder eine erwachsene Person. Manchmal handelt es sich dabei um einen sehr vagen Verdacht.
  • Andere haben eine konkreten Verdacht : Man ist sich sicher, dass etwas nicht stimmt. Es gibt Hinweise auf rituelle Gewalt oder organisierte Kriminalität.

Mut

Mut haben.
Mutig sein.
Mut entdecken.
Unangemeldet kommt er herbei.
Als vorwitziges Wundern.
Schmerzliches Mühen.
Als Loslassen dunkler Melancholie.
Öffnen,
Dasein erlauben.
Jetzt Sein.
Glaub ich an meinen Mut,
schenkt er Unerwartetes.
Ihn spüren macht stark,
So Sein macht frei….

© Pauline C. Frei /2006
(Michaela Huber und Pauline C. Frei. (2006). „Leiden hängt von Entscheidung ab“. Paderborn: Junfermann.)

Tafel, Schrift, Positiv, Bestärkung