Symposium organisierte Gewalt – Klinik am Waldschlößchen, 19.11.2021 -20.11.2021 Dresden


„Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?“ (Flyer s.u.)

Organisierte Gewalt – ob in ritualisierter oder in kommerzieller Form – findet permanent statt,
mitten unter uns, im Herzen der Gesellschaft. Dennoch ist es so, als ob es sie nicht gäbe.
Man hört sie nicht, man sieht sie nicht, scheinbar. Doch sind die Sinne erst einmal geschärft,
werden beunruhigende Zusammenhänge sichtbar.
In diesem zweiteiligen Symposium geht es zunächst darum, unsere Wahrnehmung für dieses
Phänomen zu verbessern und dazu die verschiedenen Perspektiven zusammenzutragen.
Dafür kommen in den Vorträgen Referent*innen aus Politik, Justiz, Polizei, Medien und
Wissenschaft sowie eine Betroffene zu Wort.
In den Workshops berichten Akteure über ihre Vernetzungsarbeit und ihre Erfahrungen
mit Betroffenen und Institutionen.
Nur durch den interdisziplinären Austausch lassen sich das Ausmaß und die Dimensionen
der Gewalt erfassen, und nur auf dieser Grundlage kann eine gemeinsame gesellschaftspolitische
Verantwortungsübernahme erfolgen.
Im zweiten Teil, welcher voraussichtlich 2022 stattfinden wird, sollen traumatherapeutische,
psychosoziale, pädagogische und medizinische Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen
dieser Gewalt sowie interessante Präventionsansätze im Mittelpunkt stehen.

Workshop am Freitag:

Pauline Frei, Sabine Weber:
„Organisierte Gewalt: Besser verstehen, „entzaubern“, freier leben!“

Abstract
Als Überlebende organisierter, ritueller Gewalt und als ausgebildete Fachfrauen mit jahrelanger Erfahrung in der Ausstiegsbegleitung möchten wir in diesem Workshop unser Wissen weitergeben. Vielleicht verwundert Sie das Wort „entzaubern“ in dem Titel des Workshops. Denn wo bitte ist bei diesem Thema etwas verzaubert? Wir wissen, dass die leidvolle Realität der Opfer alles andere als das ist. Aber wir wissen auch, dass besseres Verstehen und Hinterfragen sowie sich informieren und vernetzen, dass sich den Ausstieg trauen und sich nicht mehr so machtlos und ausgeliefert fühlen sowie achtsames Hinsehen und auch Loslassen nach und nach zu einem besseren und dann auch guten, freien Leben führen kann. Wir möchten in diesem Workshop mit ihnen zusammen hinsehen, um besser zu verstehen und wir möchten sie ermutigen, die vermeintlich allgegenwärtige Macht der Täter und der organisierten Gewalt ein wenig zu „entzaubern“.